Beauty · DIY Kosmetik · Hautpflege

10 Basics für den Start in DIY Kosmetik

Das Pimpen

Am einfachsten und auch am wenigsten zeitaufwendig ist das Pimpen von Kosmetik mit Wirkstoffen oder Ölen. Da die Produkte meisten schon konserviert sind, muss man sich nicht darum kümmern und kann auch mit der Hygiene etwas lascher sein. Es ist eine günstige Möglichkeit Kosmetik aufzuwerten und auszuprobieren, ob einem das Selbermischen zusagt.

1. Die Feinwaage – Normale Küchenwagen wiegen meistens erst ab 10g auf 1-2g genau und das auch nur sehr unzuverlässig. Will man die richtige Menge Sonnenschutz abwiegen oder mit Rohstoffen hantieren, braucht man eine Waage die auf 0,2g genau wiegt. Ohne kommt man leider nicht aus.

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2. pH – Messpapier – Unsere Haut hat einen leicht sauren pH-Wert, den man nicht unnötig zerstören sollte, da er zum Schutz der Haut beiträgt. Es bedeutet eine starke Irritation, wenn man ihn ins Basische erhöht. Deshalb ist es mir wichtig, dass die meisten Produkte, die ich benutze einen pH ≤ 5,5, keinesfalls aber über 7 (das ist der pH von Wasser) haben. Da nicht alle Firmen den pH angeben, messe ich ihn häufig selbst.

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3. Hautöl – Ich schreibe hier „Hautöl“ da ich finde, dass die Wahl, welches Öl das beste ist, individuell sehr unterschiedlich ist. Trotzdem möchte ich ein paar Tipps geben: Für alle Hauttypen und insbesondere für zu Akne neigender Haut kann ich Jojobaöl empfehlen, für trockene und empfindliche Haut Mandelöl für den Körper und Nachtkerzenöl für das Gesicht. Ein Öl eignet sich um damit Cremes reichhaltiger zu machen oder sie als zusätzlichen Schritt nach der Creme aufzutragen. Oder man verwendet sie pur auf der angefeuchteten Haut. Eine gute Übersicht zum Thema Öl in der Hautpflege findet ihr bei zauberisch.

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4. Niacinamid – Ein wunderbarer Wirkstoff bei vielen Hautproblemen wie Akne, Überempfindlichkeit, trockener Haut, kleinen Falten uvm. Ab einer Konzentration von 2% hat man eine ordentliche Wirkung, ich benutze meistens 5%. Das Schöne an Niacinamid ist, dass es unempfindlich gegenüber Licht, Hitze und Luft ist. Es verändert ein wenig den Geruch des Produktes, ich finde es riecht metallisch. Noch mehr darüber findet ihr in meinem Beitrag zum gepimpten Hyalurongel

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5. Zitronensäure/ Milchsäure – Das hängt direkt mit dem 2. Punkt zusammen, es gibt nämlich Produkte, die mir durchaus zusagen, aber der pH nicht optimal ist. Dann korrigiere ich ihn mit ein paar Tropfen Zitronensäure (gibt’s als Pulver in Bioläden), das geht aber auch mit Milchsäure (diese ist übrigens häufig vegan, da die Herstellung aus echter Milch teurer ist).

Das Selbermischen

6. Braunglasflaschen – Was bringen einem die besten Inhaltsstoffe, wenn sie durch die falsche Aufbewahrung kaputt gehen, bevor sie auf die Haut gelangen? Braunglasflaschen schützen Antioxidantien vor Lichteinfall und machen sie so länger haltbar Außerdem gibt es tolle Aufsätze, die die Entnahme auch noch luft- und keimarm machen.

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7. Emulgator – Will man Wasser und Öl mischen braucht man zwangsweise einen Emulgator. Es gibt Öl-in-Wasser Emulgatoren, die sich um kleine Öltröpfchen lagern und sie so im Wasser lösen und Wasser-in-Öl Emulgatoren, die genau das Umgekehrte tun. Ich benutze unkomplizierte Öl-in-Wasser-Emulgatoren wie Xyliance (Cetearyl Wheat Straw Glycosides (and) Cetearyl Alcohol) und Dermofeel Palm Oil Free (Glyceryl Stearate Citrate), da es hier nicht so schlimm ist, wenn Öl- und Wasserphase nicht exakt die gleiche Temperatur haben. Und bei beiden ist es möglich die komplette Wasserphase auf einmal in das Öl zu geben, ohne mit Flocken rechnen zu müssen. Das Schöne an beiden ist, dass sie auch pH-Werte um die 3 tolerieren.

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8. Destilliertes Wasser – Leitungswasser enthält häufig viel Kalk, was zum einen den pH-Wert hebt und zum anderen mit guten Inhaltsstoffen wie Vitamin C interagieren. Das Vitamin C komplexiert das Calcium und kann so schlechter die Haut penetrieren. Trotzdem muss das Wasser abgekocht werden und die Keimbelastung möglichst gering zu halten

9. Glycerin – ein absoluter Basic-Inhaltsstoff, der nicht viel kostet, aber eine tolle Wirkung hat. In Maßen eingesetzt hält Glycerin die Feuchtigkeit und wertet eine selbstgemachte Creme auf. Ich benutze meistens Konzentrationen zwischen 2 und 3%. Wichtig bei hygroskopischen Stoffen ist die Kombination mit Okklusiva, damit die Feuchtigkeit in der Haut bleibt.

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10. Sheabutter – Ein schönes pflanzliches Okklusivum, das gut in die Haut zieht und sie zart und weich hinterlässt. Außerdem gibt sie einer selbstgerührten Creme eine angenehm sahnige Konsistenz. Hier muss man nur beachten, dass unraffinierte Sheabutter einen recht unangenehmen Geruch hat.

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Vieles anderes hat man meistens schon zu Hause, wie leere Marmeladengläser oder einen Stabmixer zum Rühren. Wenn man von Hand rühren möchte, tun es Teelöffelstiele oder Plastikspatel. Natürlich sind das hier auch nur die absoluten Basics und es gibt noch viel mehr an Wirk- und Hilfsstoffen, die man verwenden kann. Und genau das macht den Spaß am Selbermachen auch aus.

Hat einer von euch schon Erfahrungen mit dem Pimpen?

Eure Leela

 

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11 Kommentare zu „10 Basics für den Start in DIY Kosmetik

  1. Ganz einfach und extrem günstig ist, Sheabutter, Kokosöl, Jojoba öl oder Erdmandel öl dazu eine Natürliche Bio Duft Essenz und fertig ist nach kurzer Erwärmung im Wasserbad eine Wunderschöne Hautcreme ganz ohne weitere Zusatzstoffe 😉 Am besten im Kühlschrank abkühlen lassen.
    Ich rate dazu bei der Auswahl der Öle und Scheabutter sowie des Duftstoffes auf die Zertifikate zu achten. Es gibt nicht soviel wirklich gute Sheabutter & Öl Hersteller die wirklich eine Pestizid freie Ware Anbieten können und dies auch anhand papieren nachweisen können.
    Viel Spass beim ausprobieren.

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    1. Danke für den Tipp! Werde ich mal ausprobieren. Bei Sheabutter finde ich es wirklich schwer gute zu finden, am besten noch fairtrade. Bei Kakaobutter habe ich angefangen, die von rapunzel zu kaufen, die ist in sehr guter Qualität, allerdings raffiniert. Liebe Grüße

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    1. Das stimmt, Aloe habe ich mir auch zugelegt, da es zusätzlich angenehme Konsistenzen verschafft. Und es ist einfach eins der besten Mittelchen bei gereizter Haut. Ich liebe deinen Post über Sheabutter! Dein Haarkurrezept muss ich auch mal ausprobieren, muss dafür aber erst einmal die passenden Rohstoffe bestellen und ich habe gerade eine Kranzzeit, da die Bestellungen immer so asarten 😀
      Liebe Grüße

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  2. Ein toller Post, liebe Leela! 🙂

    Zwar rennst du bei mir offene Türen ein, da ich meine Naturkosmetik mittlerweile komplett selbst mache, aber ich finde deinen Text total ansprechend für Einsteiger.
    Außerdem habe ich beim Lesen festgestellt, dass ich das Einfachste noch nie getan habe: Ich habe tatsächlich noch nie eine Creme gepimpt. Verrückt. Es musste scheinbar gleich ganz oder gar nicht sein. 😀 Mal sehen, ob ich da mal rückwärts vorgehe und das nochmal nachhole.

    Liebe Grüße
    Lena aka MrsRosemary

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    1. Liebe Lena,
      danke dir für deinen netten Kommentar! Ich finde es super spannend und spaßig selber Rezepte zu entwickeln und am Ende das fertige Produkt zu verwenden. Ich freue mich immer, wenn andere dieses Hobby mit mir teilen. Ich habe aber auch umgekehrt angefangen, manchmal fehlt mir aber nur eine Kleinigkeit einer Creme und dann bietet sich das Pimpen an.
      Liebe Grüße, hab noch einen schönen Abend!

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    1. Also die Fläschchen bekommt man in der Apotheke, manchen Bioläden, bei amazon oder ebay oder bei behawe. Meine Rohstoffe kaufe ich teils im Bioladen und teilweise online bei alexmo oder behawe, bei ersterem ist die Qualität aber ein bisschen besser.
      Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

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