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DIY Kosmetik – beruhigende Niacinamid-Panthenol-Creme gegen Rötungen und gereizte Haut

Hallo ihr Lieben,

es ist mal wieder Zeit für ein Rezept und dieses Mal habe ich eine hautberuhigende Gesichtscreme für euch, die Irritation mindert und die Hautbarriere stärkt.

Die Zutaten

Für 30g Creme benötigt man:

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  • 17,1g destilliertes Wasser (58%) – Lösungsmittel, Basis
  • 2,3g Mandelöl (8%) – Basisöl
  • 1,8g Sheabutter (6%) – rückfettend, Okklusivum
  • 1,5g Xyliance (5%) – Emulgator
  • 1,5g Panthenol (5%) – hautberuhigend, heilungsfördernd
  • 1,2g Jojobaöl (4%) – Basisöl
  • 1,2g Wallnussöl (4%) – Wirkstofföl
  • 0,9g Glycerin (3%) – feuchtigkeitsspendend
  • 0,6g Nicotinamid (2%) – hautberuhigend
  • 0,6g Vitamin E (2%) – Antioxidans
  • 0,6g Vitamin C (2%) – Antioxidans
  • 0,3g Carnaubawachs (1%) – Okklusivum
  • ggf. eine Prise Xanthan – Gelbildner
  • ggf. Zitronen- oder Milchsäure um den pH-Wert einzustellen
  • ggf. Konservierungsmittel

Die Vorbereitung

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Die Arbeitsflächen und Geräte müssen desinfiziert, Gefäße müssen abgekocht oder in Alkohol eingelegt und Hände desinfiziert werden. Dann koche ich das Wasser ab und lege in Alkohol getunkte Tücher aus, damit dort Gefäße abtropfen können. Rohstoffe abgewogen und los geht’s!

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Das Rezept

Die Fettphase – 30%

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Ich schmelze das Xyliance mit dem Carnaubawachs zusammen in einem kochenden Wasserbad bis beides flüssig und klar ist. Dann gebe ich vorsichtig und v.a. langsam nacheinander das Mandel- und das Jojobaöl hinzu, damit das Carnaubawachs nicht wieder fest wird. Währenddessen schmelze ich die Sheabutter in einem Wasserbad, das ungefähr Körpertemperatur hat. Ist sie flüssig gebe ich sie ebenfalls zur Fettphase hinzu.

Die Wasserphase – 70%

Zuerst vermische ich das Glycerin mit 10,1g von dem abgekochten Wasser. Die restlichen 7g lasse ich abkühlen.

Das Emulgieren

Da das Carnaubawachs sehr schnell ausflockt, sollte die Wasserphase noch eine Temperatur >60°C haben, wenn ich sie zur Fettphase hinzugebe. Dann werden zwei Minuten kräftig, am besten hochtourig, gerührt. Das Ganze sollte recht schnell geschehen, damit die Bestandteile der Öle nicht so sehr durch die Hitze zerstört werden. Wenn ich von Hand rühre, „schlage“ ich die Creme. Während die Emulsion abkühlt rühre ich immer mal wieder für ca. eine halbe Minute. Um eine angenehmere Textur zu bekommen gebe ich noch eine Prise Xanthan hinzu.

Die Wirkstoffe

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Ist die Emulsion handwarm gebe ich das Walnussöl hinzu. Walnussöl ist reich an Linolsäure und enthält außerdem α-Linolensäure.1 Linolsäure kann u.a. Akne mindern² und sie fördert die Wundheilung (zumindest bei Mäusen).³ Sie ist macht einen Teil der Lipide zwischen den Zellen im Stratum corneum aus, deswegen dürfte Walnussöl für Leute mit trockener Haut interessant sein. Ist das Walnussöl gut untergerührt kommt das Vitamin E dazu. Dann löse ich das Nicotinamid in 2,5g Wasser und gebe die Lösung zur Emulsion und wieder wird kräftig gerührt. Danach wird das Vitamin C in 4,5g Wasser gelöst und ebenfalls hinzugegeben. Bevor ich das Panthenol unterrühre, stelle ich den pH auf zwischen 4,5 und 5,5 ein. Es ist das Herzstück der Creme, da es hautberuhigend und heilungsfördernd auf die Haut wirkt. Außerdem stärkt es in der Konzentration von 1 oder 5% die Hautbarriere und senkt so den transepidermalen Wasserverust (TEWL).

Die Konservierung

Ohne Konservierung hält die Creme im Kühlschrank gerade mal zwei Wochen, nach 18 Tagen fing sie unangenehm zu riechen an. Deshalb bin ich dazu übergegangen sie zu konservieren, meine favorisierten Arten sind 3 Tropfen Rokonsal (Benzylalkohol, Glycerin, Benzoesäure und Sorbinsäure) oder 4 Tropfen Chemikons (Phenoxyethanol, Ethylhexylglycerin). Bei der zweiten Art handelt es sich nicht um Naturkosmetik. Bei beidem dürfte das Produkt so ca. acht Wochen halten, trotzdem solltet ihr es vor Licht und Wärme schützen.

Die Konsistenz

Die Creme ist erst einmal sahnig im Auftrag. Nach dem Verteilen hinterlässt sie eine dünne Ölschicht, die langsam einzieht. Das ist auch durchaus gewollt, da sie das letzte Produkt meiner Routine ist, das ich auf dem ganzen Gesicht verwende. Das erste Mal, als ich sie hergestellt habe, habe ich zu schwach gerührt, weshalb sie eine unangenehm wässrige Konsistenz mit bleibendem Fettfilm hatte, mittlerweile habe ich den Dreh aber raus.

Die (subjektive Wirkung)

Die Creme wirkt bei mir hautberuhigend und verringert Rötungen. Selbst, als ich verschnupft und meine Nase ganz wund war, hat sie nicht gebrannt und die kleinen Verletzungen in der Haut über Nacht gemindert. Auch mit meiner POD habe ich keinerlei Probleme. Durch das Carnaubawachs wirkt sie recht okklusiv. Wem das zu viel ist, der kann es auch durch Sheabutter ersetzen. Das beste Ergebnis erziele ich, wenn ich darunter ein mit 5% Niacinamid gepimptes Hyaluronsäureserum benutze.

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Also ran an die Rührgeräte!

Eure Leela


Quellen

  1. Krist, S./Buchbauer, G./Klausberger, C.: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Wien/New York: Springer-Verlag, 2008
  2. Letawe, C.; Boone, M.; Pierard, G. E. (1998): Digital image analysis of the effect of topically applied linoleic acid on acne microcomedones. In: Clinical and experimental dermatology 23 (2), S. 56–58.
  3. Ribeiro Barros Cardoso, Cristina; Aparecida Souza, Maria; Amália Vieira Ferro, Eloísa; Favoreto, Sílvio; Deolina Oliveira Pena, Janethe (2004): Influence of topical administration of n-3 and n-6 essential and n-9 nonessential fatty acids on the healing of cutaneous wounds. In: Wound Repair Regen 12 (2), S. 235–243. DOI: 10.1111/j.1067-1927.2004.012216.x.
  4. Camargo, F. B., JR; Gaspar, L. R.; Maia, Campos P. M. (2011): Skin moisturizing effects of panthenol-based formulations. In: Journal of cosmetic science 62 (4), S. 361–370.
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7 Kommentare zu „DIY Kosmetik – beruhigende Niacinamid-Panthenol-Creme gegen Rötungen und gereizte Haut

  1. Ja, das glaube ich dir aufs Wort. Ich habe letzten schon überlegt was wohl alles unseren Sterilisator überleben würde… Und ob ich im Labor unter der Sterilbank auch Creme rühren kann 😉

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  2. Eeendlich habe ich es mal von Instagram hier her geschafft! Ich lese auf dem Handy so ungern Blogs, aber bis ich zu Hause bin hab ich es dann vergessen…

    Die Creme klingt toll! Ich habe vor einigen Jahren mal einen Narbenbalsam gerührt, allerdings nur aus Fetten, ohne Wasserphase oder gar Emulgatoren. Irgendwann muss ich mich auch mal ans Creme rühren machen.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich arbeite ja im Labor, daher glaube ich nicht das es mir soo schwer fallen dürfte.
      Im Studium hab ich gelernt Aspirin herzustellen und ich habe diverse Seifen gesiedet… 😉
      Mir fehlt leider nur die Zeit. Und beim letzten mal sind mir die Rohstoffe dann schlecht geworden. Daher kaufe ich bisher lieber.

      Gefällt 1 Person

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