Beauty · Hautpflege

Schlaumeierleela: Hautaufbau Teil 3 -Hauttypen, Poren, Kollagen, Hyaluronsäure und Keratin

In Teil 1 und 2 ging es darum, wie unsere Haut mikroskopisch aufgebaut ist. Doch unsere Haut ist nicht an allen Stellen gleich, z.B. ist sie am Rücken besonders dick und an der Innenseite unserer Unterarme besonders dünn.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche „Hauttypen“: Die Felder- und die Leistenhaut.

Die Felderhaut

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Sie nimmt den Großteil unserer Haut ein. Sie ist überall außer an Hand- und Fußinnenflächen. Wenn man genau hinsieht, erkennt man auch die kleinen „Felder“. Sie ist (meistens) behaart und hat sogenannte Hautanhangsgebilde. Im Prinzip ist damit alles gemeint, was zur Haut gehört, aber nicht Haut selbst ist. Das sind also Schweiß-, Talg- und Duftdrüsen, aber auch Haare.

Die Leistenhaut

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Sie befindet sich an Hand- und Fußinnenflächen und bildet die typischen Muster eines Fingerabdrucks aus. Man geht davon aus, dass diese Riffel gut dafür sind Dinge zu ertasten. In ihr sind nämlich die verschiedensten Tastkörperchen, die uns Sachen genaustens fühlen lassen. Also lauter Minisinnesorgane sozusagen. Wenn wir mit unserer Riffelhaut über eine Oberfläche streifen entsteht eine spezielle Vibration, die die Tastkörperchen detektieren und via Nerven über das Rückenmark in Richtung Gehirn schicken. Das ist auch der Grund, warum wir, wenn wir eine Oberfläche fühlen wollen, darüber streichen anstatt einfach nur die Hand drauf zu legen.
Die Leistenhaut hat übrigens nur Schweiß- und sonst keine Drüsen. Außerdem findet man bei ihr keine Haare. Da sie auch keine Talgdrüsen hat, können wir hier keine Pickel bekommen.

Poren, Kollagen, Hyaluronsäure und Keratin

Poren

Was Poren sind, ist relativ leicht zu erklären: Das sind die „Ausgänge“ der ganzen Hautdrüsen. Meistens verstopfen die der Talgdrüsen, da es sich nicht wie beim Schweiß um ein dünnflüssiges Sekret, sondern um eine deutlich zähere Flüssigkeit handelt. Dann entsteht ein Mitesser. Oxidiert das Sekret an der Luft, dann wird es dunkel. Setzen sich Bakterien in dieses Futterparadis, wird unser Immunsystem aktiv und eine Entzündung entsteht: Der Pickel wird rot, warm, tut weh und eitert (Info am Rande: Eiter sind abgestorbene Immunzellen, die Erreger gefressen haben).

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Kollagen

Wie schon erwähnt, ist Kollagen ein wichtiger Teil der Dermis. Es werden Cremes mit Kollagen verkauft, da man festgestellt hat, dass ältere Leute weniger Kollagen in der Dermis haben. Leider ist Kollagen ein viel zu großes Protein um durch unsere Epidermis zu kommen. Deswegen hilft es wohl topisch (=auf die Haut) aufgetragen nicht langfristig gegen Falten, sondern spendet eher Feuchtigkeit (Studie aus den 70ern hierzu und eine Review aus den 80ern).

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist etwas Fantastisches. Sie kommt praktisch überall in unserem Körper vor, besonders in unserer Gelenkflüssigkeit, denn sie kann Unmengen an Wasser binden und so ein schönes „Schmier-Gel“ bilden. Diese Eigenschaft nennt man „osmotisch aktiv“. In unserer Haut kommt sie auch vor und hält in ihr Wasser, das lässt unsere Haut dann schön prall aussehen. Auch bei Hyaluronsäure hat man festgestellt, dass ältere Haut weniger davon hat. Man unterspritzt Falten teilweise mit Hyaluronsäure, was sie auch sehr schnell glättet, da Wasser zur Hyaluronsäure strömt und die Haut aufpolstert. Der Effekt hält nur nicht besonders lang (ca. 3 Wochen), da die Haut dieses osmotische Ungleichgewicht wieder ausgleicht. Man geht davon aus, dass niedermolekulare Hyaluronsäure (<130 kDa) topisch aufgetragen tatsächlich tief in die Haut eindringen kann (Aber Achtung: zu kleine Moleküle können wiederum reizend wirken!). Hochmolekulare Hyaluronsäure hat einen Soforteffekt, da sie Wasser in das Stratum corneum zieht. Dieses Wasser kommt zum Großteil aus tieferen Hautschichten, deshalb sollte man nach Hyaluronsäuregebrauch eine okklusive Creme benutzen, damit die Feuchtigkeit nicht verdunstet.

Einen super ausführlichen und deutlich genaueren Post zum Thema Hyaluronsäure findet ihr bei Skincareinspirations. Bei Incipedia findet ihr ein übersichtliches, erklärendes Video.

Kleiner Nachtrag: Einen super Betrag zur Hyaluronsäure findet ihr bei Skinci.

Keratin

Hierbei handelt es sich um eine Proteingruppe, die in der Epidermis, aber auch in Finger- und Zehennägeln und Haaren vorkommt. Im Beautybereich wird es häufig das „Strukturprotein“ genannt und das ist auch richtig. In Zellen hat es die Aufgabe, das innere Skelett der Zelle auszubilden, das sie stabil hält. In Haarpflegeprodukte wird es meist als „hydrolysed keratin“ angegeben, das heißt dass die Proteine mit Hilfe von Wasser gespalten wurden, das verbessert die Löslichkeit in Wasser und sorgt dafür, dass es besser an das Haar anlagern kann.

Soweit ich weiß, werden sowohl Kollagen, als auch Keratin aus toten Tieren hergestellt. Hyaluronsäure kann, muss aber nicht aus tierischem Gewebe stammen.

Das war’s erst mal zum Hautaufbau!

Eure Leela

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